Nachwuchsartisten begeistern mit atemberaubender Zirkusshow
Das Trapez hoch oben unter der Decke des Zirkuszeltes wird langsam hinuntergelassen. Ein Mädchen klettert auf die Sitzstange und wird in die Höhe gezogen. Ein Raunen geht durch die Menge, als es über die Zuschauer in der Manege hinweg schaukelt.
Es hängt kopfüber an der Stange, die Arme seitlich vom Körper wegstreckt, der nur durch Kniekehle und Oberschenkel dort gehalten wird. Die kleine Trapezturnerin ist jedoch keine professionelle Akrobatin sondern Nina aus der Klasse 3a.
Dass sie und die anderen Schüler der St. Stephanus-Schule sich wie echte Zirkusartisten  fühlen konnten, dafür sorgte der Kinder-Mitmach-Circus Jonny Casselly im Rahmen der diesjährigen Projektwoche. Vom 6. bis zum 10. Mai hatte dieser sein blau-gelb-gestreiftes Zirkuszelt mitten auf der Wiese an der Widdauener Straße aufgestellt. Für fünf Tage tauschten die Schüler ihre Klassenzimmer gegen das Zirkuszelt und verwandelten sich in wagemutige Akrobaten, exotische Bauchtänzerinnen, lustige Clowns, hartgesottene Fakire, eifrige Tierdomteure, fingerfertige Jongleure, graziöse Seiltänzerinnen, flotte Trampolinspringer und schwindelfreie Trapezkünstlerinnen. Dabei waren die Schüler der A-Klassen vom ersten bis zum vierten Schuljahr in einer Gruppe und die der B-Klassen in einer zweiten Gruppe.
Am ersten Tag konnten die angehenden Artisten erst einmal Zirkusluft schnuppern. Sie lernten die Familie Casselly kennen, bekamen eine kleine Vorführung der verschiedenen Disziplinen, konnten sie auch selbst testen und sich am Ende für einen Workshop entscheiden. An den folgenden Tagen wurde eifrig trainiert, geturnt, getanzt, gelacht und geprobt, um am Freitag zum Abschluss der Projektwoche eine tolle Galavorstellung zu präsentieren. In den passenden Kostümen und toll geschminkt boten die jungen Artisten ihren begeisterten Eltern, Großeltern und Geschwistern eine atemberaubende Show, bei der die 350 Plätze des Zirkuszeltes jeweils komplett gefüllt waren. 
Den Anfang machen die Bodenakrobatinnen mit Pyramiden, Handstand, Rad, Spagat und Überschlägen sowie weiteren turnerischen Höchstleistungen. Die Lacher auf ihrer Seite haben natürlich die Clowns, die Herrn Casselly doch so einige Male zur Verzweiflung bringen. Dann kommen die Jongleure. Sie werfen und fangen gekonnt Tücher, Bälle und Ringe, jonglieren Teller und leuchtende Kugeln an Schnüren. Actionreiche Trampolinsprünge gibt es gleich von einer ganzen Fußballmannschaft. Die Kinder hüpfen durch Ringe, über lebende Hindernisse und präsentieren Flugrollen und Salti.
Orientalisch wird es mit den Bauchtänzerinnen. Anmutig präsentieren sie ihr Können, während sich im Hintergrund die Fakire bereit machen für ihren großen Auftritt. Sie stellen und legen sich auf Scherben und Nagelbretter und als Höhepunkt präsentieren sie ihr Spiel mit dem Feuer, führen unerschrocken die Hände durch die Flammen und werden sogar zu Feuerspuckern.
In den Wilden Westen entführen die Cowboys und Indianer mit ihrer Pony-Dressur und lassen die kleinen Pferdchen munter durch die Manege traben. Als „Alte Kameraden“ wird die nächste Gruppe angekündigt. Die Turnerriege läuft im Streifenlook und mit aufgemalten Schnurrbärten in die Manege. Da hätte Turnvater Jahn seine helle Freude dran - und das Publikum hat sie auch. Ihre Pyramiden und Turnakrobatik präsentiert die Truppe so witzig und unterhaltsam, dass es einiges zu lachen gibt.
Danach heißt es Manege frei für die Seiltänzerinnen. Sie balancieren, klettern durch Ringe, jonglieren mit Tüchern, fahren mit einem speziellen Fahrrad, rollen Reifen, tragen einander und bauen am Ende noch eine Pyramide – und das alles auf dem Drahtseil. Als dann die Trapezturnerinnen zum krönenden Abschluss die Blicke der Zuschauer in die Kuppel des Zirkuszeltes lenken, hält so mancher Zuschauer den Atem an. Bis zu drei Mädchen turnen gleichzeitig in luftiger Höhe und mit Unterstützung der Trainer fliegen sie sogar durch das Zirkuszelt. 
Tosender Applaus belohnt am Ende alle jungen Artisten, die zum Finale ausgelassen in der Manege tanzen. Der Spaß und die Freude über die gelungene Show ist ihnen deutlich anzusehen und so mancher ist im Laufe der Woche sicherlich über sich hinausgewachsen. Am Ende steht das Versprechen von Schulleiterin Susanne Struth, den Circus Casselly in vier Jahren erneut zu einer Projektwoche einzuladen.
 
 
 

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