Laternenausstellung - Eine Reise in fremde Welten

Am 4. November war es mal wieder soweit: die Sankt Stephanus Schule öffnete ihre Tore zur alljährlichen Laternenausstellung. Nach einem musischen Programm in der Aula tauchte man hinein in wunderschön geschmückte Klassenzimmer, von denen jedes zur Reise in eine andere Welt einlud.

Obwohl die Außentemperaturen an diesem Novemberabend eher an einen lauen Frühlingsabend erinnerten, empfing mich gleich bei Betreten der Aula ein Hauch von Herbstlichkeit. Es duftete nach Punsch und Glühwein, und die Tische waren mit Kastanien, Nüssen und anderen Leckereien gedeckt. Und wer dann immer noch nicht wusste, worum es an diesem Abend ging, wurde zum Auftakt durch ein Flöte-Akkordeon Solo mit "Durch die Straßen auf und nieder" entsprechend eingestimmt. Der Chor der Erst- und Zweitklässler besang dann das Laterne Basteln und wurde auch noch von den Flötenkindern zu "Laterne, Laterne" begleitet. Davon ließ sich auch das Publikum zum Mitsingen hinreißen. Der Klassiker "Sankt Martin" fehlte natürlich nicht und wurde von allen Stephanusspatzen vorgetragen.

Ohne es zu wissen, trat ich dann eine Reise in fremde Welten an ...

Im ersten Klassenzimmer fühlte ich mich durch Laternen mit Motiven aus Burgen, Rittern und Gespenstern ins Mittelalter versetzt. Auf der Suche nach dem Burgfräulein ging ich nach nebenan. Dort aber umhüllten mich in der Dunkelheit eine kühle Frische und seltsame Geräusche – ich befand mich im Weltall, umgeben von Galaxien, Sternen, Planeten und sonderbaren Gestalten, die mir Grüße vom Mars überbrachten. Mir erschien es wie ein Abenteuer auf dem Mars, oder war es nur das Motto der bevorstehenden Karnevalsession "Ob en Hetdörp oder em All, mer Jecke fiere üvverall"?
Ich forschte mich weiter durch die Räume. Dabei geriet ich in einen Gänsestall, geschmückt mit Stroh, Federn und natürlich vielen weißen Gänsen. Den nächsten Aufenthalt verbrachte ich in einem Nomadenzelt mit Wasserpfeife und orientalischer Musik. Eine Kamelkarawane zog an mir vorbei, wohl weiter zu den Pyramiden im alten Ägypten.
Ich brauchte eine Pause und stieg die Treppen hinauf. Dort fand ich mich tatsächlich im Hier und Jetzt wieder, also im Herbst mit Äpfeln, Birnen, Laub und Kürbissen – oder waren es Kürbismännchen?
Künstlerisch sehr extravagant wurde es dann bei Joan Miro und seinen surrealen, farbprächtigen Bildern. Spanische Musik versetzte mich in Urlaubsstimmung. Das letzte Ziel meiner Reise entführte mich in die Märchenwelt von Ali Baba und seinen 40 Räubern. Im Reich von 1001 Nacht umgeben von Palmen, einer Bauchtänzerin, einer orientalischen Teekanne sowie abermals einer Wasserpfeife, geriet ich ins Träumen ... Umgeben vom Duft von Brötchen und Punsch wachte ich plötzlich in der Aula wieder auf.

Es war eine wunderschöne, farbenfrohe und sehr kreative Laternenausstellung.

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